Energiesparen in Dornbirn

Energiesparen in Dornbirn
PV-Anlage auf dem Kindergarten Wallenmahd Foto: Stadt Dornbirn

Was bewirkt die EU-Richtlinie zur Steigerung der Energieeffizienz in Dornbirn? Vor einem Jahr haben wir über deren Ziele berichtet. Was hat sich seither getan?

Als Stadt mit mehr als 50.000 Einwohner*innen muss Dornbirn in Vorarlberg voran gehen. Das sind die Aufgaben:

  • Senkung des Energieverbrauchs aller öffentlichen Einrichtungen um 1,9% pro Jahr gegenüber 2021
  • Jährliche Sanierung von min. 3% der Gesamtnutzfläche beheizter und gekühlter Gebäude mit mehr als 250m² Nutzfläche auf Niedrigstenergiestandard

Gegenüber 2021 konnte Energie eingespart werden, von 2024 auf 2025 stiegen die Verbräuche leicht. Das kann den kühleren Wetterverhältnissen 2025 geschuldet sein:

Quelle: Energiebuchhaltung 2025

Doch wichtige Aufgaben sind mittlerweile erledigt, z.B.:

  • Die Straßenbeleuchtung wurde vollständig auf LED umgestellt, damit konnten 28,5% Strom eingespart werden (631.540 kWh im Jahr)
  • Die Stadtbusflotte fährt seit Mai 2026 zu 90% elektrisch (nur Ersatzbusse nicht) - das ist nicht nur eine Umstellung des Treibstoffs, der Wirkungsgrad von elektrischen Antrieben ist etwa drei Mal so hoch wie von Dieselmotoren
  • Die Klärschlammtrocknung wurde im Dezember 2025 eingestellt, das wird im Vergleich 2025 / 2026 stark sichtbar werden

Interessant wird es, wenn wir uns vor Augen führen, welche die großen Energieverbraucher der Stadt (als Organisationseinheit) sind:

Die Kläranlage benötigt 26% der Wärme und 24% des elektrischen Stroms. Damit ist auch klar, wo die größten Einsparungspotenziale liegen (siehe dazu auch den Artikel vom November 2025). Derzeit werden die Gas erzeugenden Faultürme der Kläranlage saniert und isoliert, um mehr Klärgas (größtenteils Methan) erzeugen zu können. Auch werden Blockheizkraftwerke errichtet, um mit dem Gas den benötigten Strom (Lüftungsteller in den Belebungsbecken) und Wärme (38°C in den Faultümen, 12°C in den Belebungsbecken) gewinnen zu können.

Top 10 Wärme- und Strombedarf. Quelle: Energiebuchhaltung

Schwieriger ist es beim zweiten Großverbraucher, dem Krankenhaus, Energie einzusparen. Immerhin wird das Krankenhaus mit Nahwärme beheizt. Die Abwärme der Kühlanlagen liefert die Wärme für die Warmwasserbereitung des Heizwerks an der Gütlestraße im Sommer.

Seit Mai 2026 ersetzt ein elektrisches Müllsammel- und -pressfahrzeug das bisherige mit Diesel betriebene, das erspart 13.000 l Diesel im Jahr.

Herausfordernd - auch finanziell - wird die Sanierung von jährlich drei Prozent der Gebäudenutzfläche. Die Stadt verfügt über 263 Gebäude, die bereits im Inventar erfasst wurden. Jene mit mehr als 250 m2 Nutzfläche müssen nach und nach saniert werden, und zwar auf Niedrigenergiestandard. Auch wenn es nur noch zwei Gebäude mit Ölheizung und 14 mit Gasheizung gibt (bezogen wird Biogas), muss die Gebäudehülle verbessert werden. Dafür wird ein Sanierungsfahrplan erstellt und eine Reihenfolge definiert.

Auch die eigene Stromegewinnung mittels PV-Anlagen nimmt zu:

Quelle: Hochbauabteilung

Dafür wurden zwei Mal "Sonnenscheine" ausgegeben, mit denen Bürgerinnen und Bürger der Stadt die Anlagen vorfinanzieren, die Rückzahlung erfolgt mittels Einkaufsgutscheinen.

Wasserkraftpotenziale gibt es kaum noch. Zwei städtische Kraftwerke sind am Müllerbach in Betrieb. Beim Bau der Fachhochschule wurde verabsäumt, am Abschnitt, der unter dem Gebäude verläuft, ein Kleinkraftwerk einzubauen, das allerdings nur die Größenordnung eines Automotors erreicht hätte. Die Errichtung von Trinkwasserkraftwerken erscheint möglich und wird in Aussicht genommen.

Mit Hilfe von zwei städtischen Erneuerbare-Energiegemeinschaften wird der gesamte selbst erzeugte Strom auch verbraucht.

Im Spätherbst 2026 erfährt Dornbirn, wie es um die Energieeffizienz der Stadt steht. Dann wird das Ergebnis des Energie-Audits im Rahmen des E5-Programms "Energieeffiziente Gemeinde" veröffentlicht.