Wassermanagement - was heißt das?
Sowohl Hochwasserereignisse der letzten Jahre als auch der heurige Hitzesommer zeigen, dass wir dringend ein umfassendes Wassermanagement in Dornbirn brauchen. Wir Grüne haben dieses Anliegen seit etwa zehn Jahren vielfach in städtischen Gremien vorgebracht. Die Tiefbauabteilung hat dazu wertvolle Informationen zusammengetragen. Der Umbau der Moosmahdstraße nach dem Schwammstadtprinzip reagiert auf die Notwendigkeit, einen neuen Umgang mit Wasser zu finden.

Die Trinkwasserversorgung ist in Dornbirn gut aufgestellt. Wir werden über zwei Quellsysteme (Ebniterquellen und Quelle Unterklien) sowie über den Trinkwasserbrunnen Mäder im Rheinvorland versorgt. Einzelne lokale Systeme (z.B. Schauner) ergänzen die öffentliche Wasserversorgung. Die Verluste im Leitungsnetz sind gering - unter 10% (im österreichischen Durchschnitt 13%). Trinkwasserkraftwerke sind geplant.
Doch große Niederschlagsmengen stellen uns jedoch immer wieder vor Probleme, ebenso lange Trockenperioden. Um deren Folgen abzumildern, braucht es ein umfassendes Wassermanagement. Das beinhaltet zumindest die folgenden Maßnahmen:
- Erfassung des Potenzials des Schwammstadtprinzips und Umsetzung überall dort, wo Umbauten an Straßen, Kanälen und im Grünraum geplant sind. Diese Bauweise berücksichtigt sowohl die technischen Anforderungen einer Straße als auch die biologischen Notwendigkeiten für große Stadtbäume.
- Gründächer und Retentionsmaßnahmen im Neubau (Gründachverordnung!), aber auch die Förderung von Umbauten im Bestand: Flachdächer und schwach geneigte Dächer eignen sich für eine Kombination aus Begrünung und Photovoltaik. Begrünte Dächer halten länger als Kiesdächer und schützen vor Überhitzung. Die geringe statische Zusatzbelastung muss beachtet werden. Niederschlag gelangt von Gründächern verzögert und in geringerer Menge ins Kanalsystem.
- Klare Planung und Zielsetzung für Entsiegelung: Welche öffentlichen Flächen in welchem Ausmaß können entsiegelt werden? Wie können private Flächen eingebunden werden? Schotterrasen eignet sich z.B. gut für wenig befahrene Straßen und für Plätze.
- Abwasser von Brunnen versickern statt in den Kanal leiten (z.B. ergießt der Hatler Brunnen 40.500 m³ pro Jahr in den Kanal)

- Neugestaltung der Abwassergebühren: Regenwasser, das von Grundeigentümer:innen in den Kanal geleitet wird, anstatt an Ort und Stelle ins Grundwasser zu sickern, wird mit einer Gebühr belegt, abhängig von der Größe der versiegelten Flächen
- Renaturierung der Ufer aller Fließgewässer - wo es dafür Platz gibt
Die Vorteile des Wassermanagements liegen auf der Hand:
- Hochwasserschäden durch Starkregen werden vermieden oder vermindert
- Örtliche Versickerung speist das Grundwasser, dessen Pegel seit Jahren sinkt
- Weniger Regenwasser im Kanal ermöglicht eine geringere Dimensionierung von Kanälen und spart damit Kosten.
- Das bestehende Kanalnetz wird seltener an seine Grenzen gebracht, weniger Schmutzwasser gelangt durch die Regenüberläufe in unsere Gewässer, EU-Vorgaben können mit geringeren Investitionen (z.B. für Rückhaltebecken) erreicht werden
- Weniger Regenwasser durchläuft die ARA, wo es Kosten verursacht
- Grundstückseigentümer:innen bekommen einen Anreiz zur Entsiegelung und örtlichen Versickerung. Sofern sie ihre nicht reinigungsbedürftigen Abwässer (Regenwasser, Abflüsse von befestigten Flächen) weiterhin in den Kanal leiten, kommt die Stadt zu Einnahmen
- Die Lebensbedingungen unserer Bäume verbessern sich, sie kommen mit weniger Bewässerung und Pflege aus
In der Stadtvertretungssitzung am 8. Oktober 2026 wurde auf Antrag der Grünen einstimmig beschlossen:
Das Amt der Stadt Dornbirn wird beauftragt, bis Ende März 2027 die erforderlichen Grundlagen für die Ausarbeitung eines umfassenden Wassermanagements für die relevanten Fachdisziplinen zu definieren, zu erarbeiten und den städtischen Gremien vorzulegen.
Damit sind künftig alle städtischen Abteilungen, eingebunden, die es für die Umsetzung braucht. Der Auftrag ist klar und muss ausgeführt werden.
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