Bericht aus der Stadtvertretung am 8. Oktober 2026

Bericht aus der Stadtvertretung am 8. Oktober 2026

In der jüngsten Sitzung der Dornbirner Stadtvertretung wurden folgende Themen öffentlich diskutiert: Eine Verordnung für publikumsintensive Veranstaltungsstätten, ein Rauch- und Trinkverbot auf Spielplätzen, eine Ehrenbürgerschaft, die Städtepartnerschaft mit Sélestat – und unser Antrag für ein umfassendes Wassermanagement. Hier ein Überblick, was beschlossen wurde und wie wir dazu stehen.

Publikumsintensive Veranstaltungsstätten: Was ist das – und wie geht die Stadt damit um?

Als publikumsintensiv gelten Veranstaltungsstätten, die für mehr als 150 Personen gebaut werden. Solche Orte bringen Leben in die Stadt, aber auch Verkehr, Parkplatzsuche und Lärm – oft bis spät in die Nacht.

Die Stadtvertretung hat deshalb den Entwurf einer Verordnung über die Errichtung publikumsintensiver Veranstaltungsstätten für das gesamte Gemeindegebiet behandelt und – notwendiger erster Schritt – als Entwurf beschlossen. Künftig dürfen solche Veranstaltungsstätten in Kern-, Wohn- und Mischgebieten nur errichtet werden, wenn die Stadt für das entsprechende Grundstück eine Sonderwidmung für publikumsintensive Veranstaltungsstätten beschließt.

Damit erhält die Stadt ein wirksames Steuerungsinstrument:

  • Sie kann vorab prüfen, ob ein Standort das zusätzliche Verkehrsaufkommen verträgt,
  • Sie kann vorgeben, wie dieses organisiert werden soll
  • Sie kann prüfen, ob die Veranstaltungsstätte den Anrainerinnen und Anrainern zumutbar ist

Die Stadt kann der Bauwerberin im Rahmen eines Raumplanungsvertrags Vorgaben machen:

  • Zur Größe, Stellung und Gestaltung des Gebäudes
  • Zur Zahl und Situierung der Parkplätze
  • Zur Erschließung für den öffentlichen, den Fahrrad- und Fußverkehr,
  • Zur Begrünung des Umfelds

Kultur und Feste sollen Platz haben – dort, wo sie gut hinpassen. Eine solche Verordnung wäre schon früher hilfreich gewesen. Wir haben daher gern zugestimmt.

Kein Rauchen und Trinken auf Spielplätzen

Spielplätze sind Orte für Kinder. Das beschlossene Verbot von Rauchen und Alkoholkonsum auf Dornbirns Spielplätzen schützt die Kleinsten hoffentlich vor Rauch, Zigarettenstummeln und Glasscherben. Wir werden die Durchsetzung im Auge behalten.

Ehrenbürgerschaft für Andrea Kaufmann

Bürgermeister Markus Fäßler hat Andrea Kaufmann als Ehrenbürgerin der Stadt Dornbirn vorgeschlagen. Wir nehmen das – wie schon 2014, als Wolfgang Rümmele zum Ehrenbürger ernannt wurde – zum Anlass, grundsätzlich über diese Auszeichnung nachzudenken:

Dornbirn hat zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich mit großem Einsatz sozial, kulturell oder sportlich engagieren – oft über Jahrzehnte und ohne öffentliche Bühne. Aus unserer Sicht sollte die Ehrenbürgerschaft vor allem diesen Menschen vorbehalten sein.

Wir wünschen uns, dass künftig ehrenamtlich Tätige als Ehrenbürgerinnen und Ehrenbürger gewürdigt werden. Geeignete Personen werden wir vorschlagen. Für Ideen unserer Leserinnen und Leser sind dankbar!

Menschen, die beruflich und gut bezahlt für die Stadt tätig waren, sind nach unserem Verständnis nicht die Zielgruppe für die Ehrenbürgerschaft.

Wir haben auch angeregt, die eine oder andere Ehrenbürgerschaft zu überdenken. Immerhin finden sich unter den Ehrenbürgern zwei – vormals stadtbekannte – Nationalsozialisten.

Städtepartnerschaft mit Sélestat für weitere zehn Jahre

Die Partnerschaft zwischen Dornbirn und der elsässischen Stadt Sélestat wird für weitere zehn Jahre erneuert. Städtepartnerschaften leben von Begegnungen – zwischen Schulen, Vereinen, Kulturschaffenden und Bürgerinnen und Bürgern. Wir freuen uns, dass dieser Austausch weitergeht. Einen Besuch in der schönen Stadt Sélestat können wir wärmstens empfehlen. Besondere Highlights sind die humanistische Bibliothek und der Blumencorso Anfang August.

Einer von 12 Blumenwagen beim Corso Fleuri

Unser Antrag: ein umfassendes Wassermanagement für Dornbirn

Wir Grüne haben beantragt, dass die Stadt Grundlagen für ein umfassendes Wassermanagement erarbeitet. Bis Ende März 2027 soll das Amt der Stadt Dornbirn den zuständigen Gremien ein entsprechendes Konzept vorlegen.

Tagesordnungspunkt der Dornbirner Grünen - der offenen BürgerInnenliste

Warum Regenwassermanagement so wichtig ist

Durch die Klimakrise nehmen Starkregenereignisse zu. Heute landet ein Großteil des Regenwassers direkt im Kanal – mit Folgen für das Grundwasser, für Bachläufe, für das Kanalnetz und die Kläranlage. Wenn Regenwasser dort versickern kann, wo es auf den Boden trifft, gewinnen wir mehrfach:

  • Weniger Überschwemmungen und überflutete Keller: Je mehr Flächen sickerfähig sind, desto mehr Regenwasser kann bei den zunehmenden Starkregenereignissen vom Boden aufgenommen werden. Das verringert Überschwemmungen im Stadtgebiet und schützt vor allem tiefer gelegene Gebiete wie den Rohrbach.
Rohrbach: Hochwasser 2025
  • Entlasteter Kanal: Fließt weniger Regenwasser in den Kanal, reichen künftig kleinere Rohre. Das erspart uns Kosten im enorm kostspieligen Kanalisationssystem.
  • Mehr Grün: Versickertes Regenwasser versorgt Grünflächen und Bäume mit Wasser – das tut dem Stadtklima gut.
  • Weniger sauberes Wasser in der Kläranlage: Regenwasser muss nicht in der Kläranlage gereinigt werden, es soll das Grundwasser speisen, dessen Spiegel stetig sinkt. Auch da können Kosten gespart werden.

Ein vorausschauendes Wassermanagement schützt vor Überflutungen, spart langfristig Kosten und macht unsere Stadt fit für die Zukunft. Wir bleiben dran.