Wo ginge es besser?

Wo ginge es besser?
Fahrradausflug im Hatlerdorf - auf der Fahrradstraße

Ideen für sichere Geh- und Fahrradwege in Dornbirn

Liebe Radlerinnen und Radler, Fußgeherinnen und Fußgänger!

Was fehlt zu Eurem Glück? Wie kann es noch paradiesischer werden, mit dem Radl durch die Stadt zu flitzen oder gemütlich durch Dornbirns schöne Viertel zu flanieren?

Wir wollen´s wissen: Packt euer Handy und fotografiert auf euren täglichen Wegen die Orte, Kreuzungen, Querungen, Engstellen, Unter- und Überführungen, enge Kurven, schmale Wege oder kreuzgammelige Radabstellanlagen. Dann ladet Eure Problemstellen und Verbesserungsvorschläge auf die Ideenplattform der Stadt Dornbirn hoch. Das ist Eure Möglichkeit, gute, gesunde, sichere Mobilität in Dornbirn weiter wachsen zu lassen! - Noch bis Ende Mai.

Was passiert mit den Einträgen?

Die Vorschläge werden gesammelt und fließen in einen Maßnahmenkatalog ein, der schrittweise umgesetzt werden soll. Manche Vorschläge werden rasch umgesetzt werden können, andere in die mittelfristige Planung der Fuß- und Radwege einfließen.

Die Ideenplattform unterstützt die Maßnahmenplanung und -priorisierung im Rahmen des neuen Gesamtverkehrskonzepts der Stadt Dornbirn.

Die Verkehrsanalyse zeigt: immer mehr Dornbirner*innen nutzen das Rad als Hauptverkehrmittel. 2017 wurden noch 50% aller Wege mit dem Auto zurückgelegt, bis 2023 haben sich die PKW-Fahrten auf 44% reduziert und auf das Fahrrad verlagert. Das zeigt: Die bereits umgesetzten Maßnahmen für den Radverkehr waren erfolgreich, die Menschen in Dornbirn nehmen immer lieber das Rad.

Wenn der Weg passt, fahren auch Kinder gern und sicher Rad

Was hindert uns am Radfahren und zu Fuß Gehen?

Trotzdem fühlen sich noch immer Menschen auf dem Rad – und in geringerem Ausmaß auch zu Fuß – nicht sicher. Und schon kurze gefährliche Abschnitte machen eine ganze Route unattraktiv und verhindern damit, dass eine Person auf's Rad steigt oder los läuft. Dies gilt besonders für Kinder gehandicapte Personen.

Das Gesamtverkehrskonzept stellt fest: Für Radfahrende braucht es vor allem mehr durchgängige, sichere und komfortable Radachsen durch die ganze Stadt. Niemand möchte auf dem täglichen Weg zur Arbeit ständig bremsen, anfahren, links und rechts abbiegen, Landesstraßen queren und dabei noch Bettlerampeln bedienen müssen.

Stadt Dornbirn Verkehrskonzept: Geplante Radachsen in Grün

Daher sollen Hauptradachsen an Kreuzungen Vorrang gegenüber Sammel- und Erschließungsstraßen bekommen, klar gestaltet und markiert werden und möglichst als Fahrradstraßen ausgeführt werden, auf denen Autos "zu Gast“ sind.

Der PKW- und LKW-Verkehr soll generlell möglichst auf Sammelstraßen, Quartiersverbindungen und Hauptachsen durch die Stadt geführt werden. Innerhalb der Quartiere gilt Tempo 30, Durchgangsverkehr wird verhindert, z.B. durch Stichstraßen (die mit Pollern oder durch Engstellen eine Durchfahrt mit mehrspurigen Fahrzeugen unmöglich machen) oder Schleifen, die wieder zur Ausgangsstraße zurückführen.

Welches Tempo passt?

Auf den Hauptachsen und Quartiersverbindungen ist Tempo 40 angedacht. Die Geschwindigkeitsreduktion auf Tempo 40 und 30 halbiert in etwa die Zahl der schweren Unfälle.

Denn die Wahrscheinlichkeit für die tödliche Verletzung eines Fußgängers liegt bei einem Zusammenstoß mit einem Fahrzeug, das etwa 24 Kilometer pro Stunde (km/h) fährt, bei 3,5 Prozent – bei Tempo 49,9 bereits bei 37 Prozent.

Ein Grund dafür liegt im menschlichen Blickfeld: Wer langsam fährt, hat ein breiteres Sichtfeld und nimmt seine Umgebung daher besser wahr – auch das, was seitlich passiert. Mit steigender Geschwindigkeit verengt sich der Blick wie durch einen Tunnel, und der Fokus liegt stärker in der Ferne. Gefahren werden später erkannt, Reaktionen erfolgen später, der Bremsweg verlängert sich enorm. Der Anhalteweg beträgt bei einer gefahrenen Geschwindigkeit von 30 km/h ca. 13 m. Bei einer gefahrenen Geschwindigkeit von 50 km/h erhöht sich der Anhalteweg auf das Doppelte. Kann also ein PKW mit 30 km/h vor einer Person gerade noch anhalten, so kollidiert er bei 50 km/h aufgrund des längeren Reaktionsweges mit unverminderter Geschwindigkeit mit der Person. Es ist daher klar: Sicherheit im Straßenverkehr hängt maßgeblich mit dem Geschwindigkeitsregime zusammen.

Alle sollen im Verkehr ihr Stück vom Kuchen bekommen - und zu Fuß gehen wir alle!

Auch der Fahrradverkehr kann Fußgänger*innen erschrecken, wenn auf gemischten Verkehrsflächen schnell und knapp überholt wird. Praktizieren wir deshalb das "Kavaliersprinzip": Schnellere Verkehrsteilnehmer*innen achten sorgfältig auf die langsameren. In der Fußgängerzone ist das Fahrrad "zu Gast".