Jetzt kracht es bald wieder – Silvester und die leidige Frage der privaten Feuerwerke

Jetzt kracht es bald wieder – nämlich zu Silvester.
Wir Grüne waren ehrlich gesagt schon im Vorfeld erschrocken, als wir gehört haben, dass der Herr Bürgermeister auch heuer wieder eine Ausnahmeregelung für private Feuerwerke in der Silvesternacht genehmigt hat. Wir hatten ihn nämlich zeitgerecht ersucht, auf die Ausnahme zu verzichten.
Denn wir hofften, dass der neue Wind, der in vielen Bereichen im Rathaus bereits spürbar ist, auch beim Thema privates Silvesterfeuerwerk frische Luft bringt. Leider Fehlanzeige.
Tradition mit hohen Nebenwirkungen
Ja, Feuerwerke zum Jahreswechsel haben eine lange Tradition. Für viele sind sie bunt, laut und spektakulär – und machen beim Abfackeln und Zuschauen Spaß. Doch dieser Spaß verpufft schnell. Zurück bleiben oft verängstigte Kinder, ältere und kranke Menschen sowie gestresste und verstörte Haus- und Wildtiere.
Hinzu kommen weitere schwerwiegende Schattenseiten:
- extremer Lärm
- Feinstaub hängt tagelang in der Luft und erschwert das Atmen
- die freigesetzten Schwermetallpartikel und Schadstoffe belasten Böden, Wiesen und Gewässer und gelangen so in den Nahrungskreislauf von Mensch und Tier
- jedes Jahr gibt es Unfälle und Verletzungen beim Abschießen der Feuerwerke
- Berge an Müll bleiben auf Straßen, Plätzen und in Grünflächen liegen
- das kostet öffentliches Geld: Allein in Österreich fallen jedes Jahr rund 1.000 Tonnen Feuerwerksabfälle an. Das entspricht etwa 100 großen Müllfahrzeugen, die ausschließlich mit Raketen- und Knallerresten gefüllt sind.
All das für ein paar bunte Sternchen und wenige Minuten Knallerei.

Viele Gemeinden zeigen, dass es auch anders geht
Manchmal muss man den Mut haben, mit Traditionen zu brechen. Zahlreiche umliegende Gemeinden haben diesen Schritt bereits gesetzt:
Feldkirch, Bregenz, Wolfurt, Hard, Frastanz oder Göfis verzichten zu Silvester auf private Feuerwerke – ganz ohne Ausnahme.
Warum also nicht auch Dornbirn?
Unsere Fragen an den Bürgermeister
Aus diesem Grund haben wir eine Anfrage an den Herrn Bürgermeister eingebracht und möchten unter anderem wissen:
- Wie kontrolliert die Stadtpolizei, dass die Ausnahmeregelung eingehalten wird und nur zur erlaubten Uhrzeit geschossen wird?
- Wurden seit dem Jahreswechsel 2020/21 bis heute Strafen verhängt, wenn dagegen verstoßen wurde? Wenn ja, in welchem Ausmaß?
- Gab es in den Silvesternächten von 2020/21 bis heute Unfälle im Zusammenhang mit Feuerwerken in Dornbirn? Wurden dabei Personen oder Gegenstände verletzt oder beschädigt?
- Wie viele extra Schichten muss die Straßenmeisterei zu Jahresbeginn einplanen, um den Feuerwerksmüll zu beseitigen – und was kostet das der Stadt Dornbirn?
- Und schließlich: Kann sich der Herr Bürgermeister vorstellen, ab nächstem Jahr auf die Ausnahmeregelung zu verzichten und stattdessen z.B. das Stadtmarketing mit einer umweltfreundlichen Silvester-Lasershow zu beauftragen?
Unser Wunsch zum Jahreswechsel
Wir sind gespannt auf die Beantwortung unserer Anfrage – und wünschen allen Dornbirnerinnen und Dornbirnern einen stressfreien, sicheren und guten Rutsch ins Jahr 2026!
Vielleicht ja irgendwann auch ohne Knall, dafür mit mehr Rücksicht, Sicherheit und frischer Luft. Alles Gute für's neue Jahr!
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