Ja zum Erhalt der Gynäkologie, Geburtshilfe und Kinderheilkunde in Dornbirn

Ja zum Erhalt der Gynäkologie, Geburtshilfe und Kinderheilkunde in Dornbirn
Homepage der Initiatorinnen des Volksbegehrens Miriam Capelli und Mechtild Bawart

Grüne unterstützen das Volksbegehren

Die geplante Schließung trifft jenen Standort, der in den vergangenen Jahren gezielt aufgebaut wurde. Über Jahre hinweg ist in Dornbirn ein medizinischer Schwerpunkt für Frauengesundheit entstanden – mit zertifizierten Zentren für Brustgesundheit, Beckenboden und gynäkologische Onkologie.

Mit rund 1.300 Geburten jährlich ist Dornbirn zudem die größte Geburtenstation Vorarlbergs. Erst 2023 wurde die Abteilung für rund 2 Mio. Euro umfassend modernisiert. Neue Kreißsäle, insgesamt fünf Entbindungsräume sowie moderne Ambulanzbereiche wurden eröffnet.

„Geburt braucht Nähe, Frauen brauchen Sicherheit. Wer die Geburtenstation Dornbirn schließen will, riskiert beides!“, sagt Eva Hammerer, Gesundheitssprecherin der Grünen im Landtag.

„Die Geburt eines Kindes ist ein zentraler Moment im Leben von Familien und von großer Bedeutung für unsere Gesellschaft. In einem wohlhabenden und fortschrittlichen Land wie Vorarlberg muss es selbstverständlich sein, dass jede Frau ihr Kind wohnortnah und ihren Bedürfnissen entsprechend zur Welt bringen kann“, betont Hammerer.

Für die Gesundheit von Frauen und Familien unterschreiben

Vor allem die spezialisierten Angebote stehen auf dem Spiel: Im zertifizierten Brustgesundheitszentrum werden jährlich rund 150 Frauen mit einer Brustkrebs-Neudiagnose behandelt, im Zentrum für gynäkologische Unterbauchtumore etwa 60 Patientinnen. Im einzigen zertifizierten Beckenbodenzentrum in Westösterreich erhalten Frauen mit Inkontinenzbeschwerden eine hochqualitative, interdisziplinäre Betreuung. Diese Angebote bieten medizinische Qualität auf höchstem Niveau – und sie sind eng an das Ärzt:innenteam am Standort gebunden.

Eva Hammerer und Juliane Alton starten die Unterstützungskampagne Foto: Nadine Gratzer

„All diese Investitionen und Bemühungen – personell wie finanziell – würden durch die Schließung zunichtegemacht. Das ist Sparpolitik auf Kosten der Gesundheit von Frauen und ein Affront gegenüber den Steuerzahler:innen“, zeigt Juliane Alton, Dornbirner Stadträtin und Fraktionsobfrau der Dornbirner Grünen, ihr Unverständnis.

Der zuständige Leiter der Gynäkologie und Geburtshilfe in Dornbirn und Bregenz, Primar Michael Rohde sprach von einem „unnötigen Marathon in die falsche Richtung“. Insgesamt gab es harrsche Kritik aus der Ärzteschaft - und vor allem aus der Bevölkerung. 57.000 Menschen haben die online Petition für den Erhalt der Abteilungen im Krankenhaus Dornbirn unterzeichnet. Es ist daher auch demokratiepolitisch fragwürdig, dass die Landesregierung diesen Widerstand in keiner Weise ernst nimmt.

Was ist eigentlich das Ziel der Verlegung?

Es geht um Einsparungen. Richtig ist, dass Vorarlberg nicht unbedingt sechs Akutkrankenhäuser braucht. Es wäre wohl möglich die niederschwelligen Angebote (Arztpraxen, Krankenpflegevereine, Hebammenpraxen, Mobile Hilfsdienste, spezialisierte Angebote wie gerontopsychiatrische Pflege...) auszubauen, um danach die Zahl bestimmter Spitalsbetten zu reduzieren. Doch die Konzentration der Frauenheilkunde in Bregenz führt laut Plan dazu, dass jetzt 70 Betten in Dornbirn und Bregenz zur Verfügung stehen, danach immer noch 66. Ist es das wert?

Video: Simone Grabher